Interview
«Was tun Sie für ihre Qualität?» «Sehr viel!», sagt Roy Blankenhorn und lacht. Qualität ist eigentlich selbstverständlich. Aber erfordert doch jeden Tag vollen Einsatz und fortwährende Optimierung.
Auszug aus dem Gespräch von Roy Blankenhorn mit Weinexpertin Natalie Lumpp in der Sendung «Weingeschichten» im Südwest Fernsehen vom 15.11.2003:
Natalie Lumpp: Es ist ja so, die Qualität entspringt ja als aller erstes im Rebberg. Was tun Sie für ihre Qualität?
Roy Blankenhorn: Viel (lacht)! Sehr viel. Also es geht im Januar bereits los mit einem gezielten Rebschnitt, dass man einfach die Vegetation vom Vorjahr im Auge hat. Wieviel hat die Rebe getragen. Die Augen für die nächste Ernte sind ja im Vegetationsjahr vorher entstanden. Also man weiss schon ungefähr um die Anlagen, wie sieht's aus. Und dann schaut man den Rebstock an, wieviel hat er getragen und macht dann einen mässigen Rebschnitt. Und dann verfolgt man eben die Rebe über das ganze Jahr. Optisch: Man schaut, wie ist das Wetter, wie ist der Behang, muss man etwas rausschneiden. Wir suchen eben vereinfacht gesagt den Weg, für die optimale Weinqualität.
Und was eben auch wichtig ist, oder elementar wichtig, ist dass die Rebe optimal versorgt ist. Gut gepflegt, denn nur eine gut ernährte Rebe hat auch Lust, schöne Trauben zu tragen. Wir düngen mit Gänsefedern, mit Pferdemist, mit Gesteinsmehlen, mit Hornmehl und alle Rückstände, also das Holz, bleibt in den Reben, das Laub bleibt in den Reben, die Trester werden zurückgeführt, um einfach eine gute organische Masse zu haben.
Natalie Lumpp: Kann man vielleicht von einem weiblichen Stil sprechen, zum Beispiel im Marketingbereich?
Roy Blankenhorn: Die typisch weibliche Hand ist vielleicht Mitarbeiterführung, Motivation und Begeisterung…
Natalie Lumpp: Marketing?
Roy Blankenhorn: ...Marketing, das Emotionale rüberzubringen, die Leidenschaft zum Wein rüberzubringen, das ist glaube ich etwas weibliches. Wenn man sich überlegt, wie die Flaschen vor zwanzig Jahren ausgesehen haben mit x Klebern, Halsschleife und dies und das, so richtig verstaubt, und Sie sehen ja da an meiner Flasche, dass sich auch bei uns sehr viel getan hat. Ich wollte einfach ein moderneres Etikett haben, ich wollte, dass Blankenhorn gross draufsteht, dass die Wiedererkennung da ist. Ja, die Lage steht hinten drauf, weil: Schliengen hat sehr viele unterschiedliche Erzeuger und ja, ich hab' einen Schliengener Sonnenstück getrunken, das kann der oder der oder der gewesen sein, aber ich hab' einen Blankenhorn getrunken und den erkenne ich wieder.
Den ganzen Beitrag haben wir für Sie aufgezeichnet und Ihnen in unserem Bereich «Bilder und Videos» als Internet-Video zur Verfügung gestellt.

