Wein und Gesundheit
Wein ist gesund, keine Frage. Doch wieviel Wein darf / soll ich pro Tag trinken? Hier eine Antwort auf diese und andere Fragen.
Wieviel Wein soll ich pro Tag trinken?
Richtig muss diese Frage lauten: Wieviel Wein darf man am Tag trinken, um die gesundheitlichen Vorzüge des Getränkes zu nutzen und die Leber nicht durch übermässigen Alkohol zu schädigen?
Darüber findet man in der Literatur unterschiedliche Angaben und sicher ist, dass es unzählige Faktoren gibt, die den Alkoholgehalt im Blut beeinflussen.
Seitens der Mediziner in Deutschland wird empfohlen, dass eine Frau in der Regel nicht mehr als 20-30 g Alkohol pro Tag trinken sollte, ein Mann nicht mehr als 40-50 g.
Für die positive Gesundheitswirkung ist wichtig, dass regelmässig Wein getrunken wird und nicht in Intervallen grössere Mengen. Dabei werden zum Essen in der Regel den alkoholreicheren trockenen Weinen der Vorzug gegeben, während man die lieblicheren Weine eher als Genuss in geselliger Runde bevorzugt.
Wieviel Alkohol enthält ein Wein?
Alkohol entsteht bei der alkoholischen Gärung aus Traubenzucker (Dextrose) und Fruchtzucker (Fructose), die in der Traube gespeichert sind. Der Zuckergehalt der Trauben unterliegt starken Schwankungen, er wird im Most bestimmt und in Grad Öchsle quantitativ erfasst. Der Kellermeister entscheidet, wieviel natürlicher Zucker zu Alkohol vergoren wird, er erhält trockene, halbtrockene und restsüsse (liebliche) Weine. Je höher der Alkoholgehalt eines Weines, desto geringer ist in der Regel seine Restsüsse. Der Alkoholgehalt im Wein schwankt zwischen 50 bis 120 g/l. Auf dem Etikett eines jeden Weines ist der Alkoholgehalt in Volumen-% angegeben.
Dabei entsprechen in etwa:
8,0 % Vol 62 g Alkohol/L 6 g Alkohol in 100 ml
10,5 % Vol 83 g Alkohol/L 8 g Alkohol in 100 ml
13,0 % Vol 103 g Alkohol/L 10 g Alkohol in 100 ml
14,0 % Vol 110 g Alkohol/L 11 g Alkohol in 100 ml
Moderater Weingenuss ist gesund!
In weintrinkenden Nationen sterben die Menschen seltener an Herz-Kreislauferkrankungen, dieses wurde bereits in den 80er Jahren durch Prof. Renaud bewiesen und als «French paradox» inzwischen weltweit als richtig anerkannt.
In einer Studie des Instituts für Präventivmedizin der Universität Kopenhagen (1995) wurden 6051 Männer und 7234 Frauen im Alter von 30-70 Jahren über 12 Jahre hinweg beobachtet. Das spektakulärste Ergebnis war die Sterberisikoverminderung mit zunehmendem Weinkonsum, d.h. Weintrinker leben länger, denn sie erkranken u.a. seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Vergleich zu den Personen, die nie Wein tranken, verringerte sich das relative Risiko bei einem Konsum von 3-5 Gläsern täglich um fast 50%, mit anderen Worten: Abstinenzler sterben früher als Weintrinker
Der lebensverlängernde Effekt ist ausschlieslich auf den Weinkonsum zurückzuführen. Dieser Effekt bezieht sich nicht nur auf die Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern zeigt sich auch bei der Gesamtsterblichkeit, Weintrinken schützt also auch vor anderen Krankheiten (Stärkung der körpereigenen Abwehr? Schutz vor Krebserkrankungen durch antioxidative Substanzen? usw.)
Sicher ist somit, dass die gesundheitsfördernde Wirkung nicht allein im Alkoholgehalt des Getränkes liegt, vielmehr ist es die im Wein zu findende Kombination wertvollster Inhaltsstoffe mit Alkohol, der die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit zuzuschreiben ist.
Viele meinen, dass gesundheitliche Vorteile nur beim Genuss von Rotwein erzielt werden, aber es gibt inzwischen eindeutige Beweise, dass der moderate Weissweinkonsum ebenso gesund ist.
Eine Pilotstudie stellte 1996 fest, dass gerade der moderate Weissweinkonsum das Herz-Kreislauf-System schützt (Prof. Belz). Andere wissenschaftliche Arbeiten belegen, dass der antioxidative Effekt der Weissweine ebenso gross ist, wie der von Rotweinen. Bei der Weinauswahl ist man also in der Entscheidung frei.
Regelmässiger umd massvoller Weinkonsum
- beugt Herzinfarkten vor und erhält die Elastizität der Gefässe, denn Wein verbessert die Durchblutung des Herzmuskels, senkt den Cholesterinspiegel im Blut, verbessert die Fliesseigenschaften des Blutes und verringert die Thromboseneigung.
- verbessert die Verdauungsleistung des Körpers, denn Weingenuss zum Essen regt die Verdauungsdrüsen an, unterstützt die Funktion der Magensäure, erhöht die Darmaktivität und verbessert die Ausbeute an vielen wertvollen Stoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen u.a. Der Appetit wird angeregt, das Geschmackserlebnis intensiver.
- entschlackt den Körper, denn die Nieren arbeiten aktiver, Wein steigert den Harnfluss und erhöht die Ausscheidung von Abfallstoffen.
- unterstützt die Abwehr von Krankheiten, denn Wein setzt die Lebensfähigkeit von Krankheitserregern herab, kann Bakterien und Viren abtöten und steigert die körpereigenen Immunkräfte des Menschen.
- bekämpft wirkungsvoll die gefürchteten Reisedurchfallerkrankungen, denn Wein verfügt über eine exzellente Entgiftungsfunktion.
- verlangsamt die Knochenentkalkung und beugt so der vor allem für Frauen gefährlichen Osteoporose vor.
- ist «Bioregeneration», denn nach körperlichen Anstrengungen ersetzt auch mässiger Weinkonsum bereits wertvolle Mineralstoffe, harmonisiert den Körper und erfrischt.
- hält körperlich und geistig aktiv, denn der altersbedingte Abbau der Gehirnfunktionen wird bei massvollem Weinkonsum verlangsamt und die Hirndurchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessert.
- kann kreativitätssteigernd wirken und die Phantasie anregen, bewiesen durch viele Künstler und Individualisten der Geistes- und Kulturgeschichte.
- entspannt und baut Stress ab
- verlängert die Lebenserwartung, denn Wein enthält natürliche Antioxidantien, die Zellalterung wird verlangsamt und die Krebssterblichkeit herabgesetzt. Nach «Wein und Gesundheit», Informationsschrift für Verbraucher, Prof. Dr. Klaus Jung, Mainz
